Der Nutzen von Flatter- und Plastikarbeit

Wer kennt diesen furchtvollen Blick nicht? Das Auge weit aufgerissen, die Ohren nach hinten gerichtet, die Nüstern und das Maul in Falten gelegt und angespannter, hoher Kopf?

 

Das sind die typischen Merkmale von Pferden, die ängstlich sind oder denen eine Sache zumindest nicht ganz geheuer ist.

Gerade derart ängstliche und scheue Pferde können unter dem Reiter schnell zum Pulverfass werden und so sich selbst und den Reiter gefährden.

 

Mit viel Geduld und ein paar Tricks kann man das Pferd an viele furchteinflößende Dinge gewöhnen. Dies gelingt am besten durch Gewöhnung an sich schnell bewegende, bunte und raschelnde Gegenstände, z.B. Planen, Fahnen, Plastiktüten u.v.m. - hauptsächlich es flattert und knistert!

Deshalb auch die Bezeichnung Flatter- und Plastikarbeit, wie ich es nenne.

 

Hier ein paar Tricks, um das Pferd geduldig an diese angsteinflößenden Dinge zu gewöhnen:

 

1. Bringe dein Pferd vor dem Training in einen ruhigen und entspannten Zustand mit tiefem Kopf, z.B. durch Putzen oder Kraulen von bestimmten Körperstellen oder vertrauensbildenden Touches. Du kennst dein Pferd am besten und weißt, was es gerne mag!

 

2. Führe die Übungen an einem Ort durch, an dem dein Pferd sich wohlfühlt. Es sollte nicht schon vor der Flatter-und Plastikarbeit durch eine ungewohnte Umgebung nervös und verunsichert sein!

 

3. Lege den ausgewählten Gegenstand (Plane, Fahne) zuerst nur auf den Boden und führe dann das Pferd vorsichtig in die Nähe, damit das Pferd sich den Gegenstand zuerst mal nur anschauen kann. Achtung: Pferde sehen mit ihren seitlich liegenden Augen unterschiedlich, d.h. das Pferd kann eventuell auf der linken Seite nur schwach auf den Gegenstand reagieren, dann aber plötzlich auf der rechten Seite stark erschrecken und wegspringen!

 

4. Das Pferd immer wieder vom Gegenstand wegführen oder den Gegenstand vom Pferd weg bewegen. So merkt das Pferd, dass es sich aus der Gefahrensituation auch wieder herausbewegen und durchschnaufen kann.

 

5. Sei mit wenigen Schritten in die Nähe des Gegenstandes zufrieden und lobe das Pferd erst, wenn du sichtbare Zeichen von beginnender Entspannung siehst: Kauen oder Lecken mit der Zunge, Blinzeln, Kopfsenken, ruhigere Atmung. Beobachte dein Pferd genau und belohne es, wenn es sich entspannt!

 

Am Ende seiner zweiten Session mit der Fahne konnte Ronnie die Fahne bereits  über seinem Kopf akzeptieren. Achtet auf seine Ohren und sein Maul: Eine gewisse Anspannung ist immer noch zu sehen!

 

Viel Spaß beim Training!

Eure Melanie

 

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