Meine Pferde-Geschichte

Mit sechs Jahren konnte ich das erste Mal die Gefühle erleben, die mich jedes Mal auf dem Rücken der Pferde überkommt: das Gefühl der Sicherheit, egal auf welchem Pferd, und das Gefühl des Vertrauens. Auf der schwarzen Stute Ester meines Onkels schauten mein Beinchen kaum über das Sattelblatt hinaus, aber es war herrlich!

 

Mit acht Jahren bekam meine Cousine ihr erstes eigenes Pony. Mit Blacky, geführt von meinem Vater, lernte ich traben und galoppieren - alles ohne Sattel. Später dann ritten wir alleine aus und wagten auch schon die ersten Sprünge.

Reitunterricht in der Reitschule bekam ich erst später, die grundlegenden Kenntnisse hatte ich mir durch meine täglichen Besuche bei Blacky und meinem Lesewahnsinn mit allem, was Pferde anbelangt, zugelegt.

 

Mit zwölf ging dann der größte Traum in Erfüllung: Mein Vater ging mit mir auf die Suche nach einem eigenen Pony, nicht wie ich vorerst dachte auf die Suche nach einem Pflegepferd.

Mit Momo war es täglich lustig: Entweder wir ritten stundenlang gemeinsam mit Blacky durch den Wald oder wir gingen schwimmen, galoppierten über die Felder, sprangen über bis zu 1m hohe Hindernisse (Momo war ein Springtalent!) oder gingen "Rodel ziehen" im Winter.

 

Mit Momo nahm ich auch an meinen ersten Turnieren teil. Bald waren Momo und ich in ganz Vorarlberg bekannt: "Oje, wenn Melanie mit Momo bei diesem Reiterspiel-Turnier startet, gewinnt sie eh wieder!"

 

Bald aber wollte ich die Herausforderung des Reitens eines Großpferdes auf mich nehmen. Und wie das Schicksal oft so spielt, wurde ich zufällig in einem Supermarkt einem Mann vorgestellt, der mich mit Sabine und ihrem Lorenz bekannt machen sollte.

Lorenz war ein 15-jähriges holländisches Warmblut, Springer und der beste Lehrmeister, den man sich als junges 15-jähriges Mädchen nur vorstellen kann.

Mit Lorenz gewann ich schnell meine ersten beiden Springen, nahm an Dressurprüfungen teil, und erreichte bald die Lizenz.

 

Da Lorenz bald auch seine Pension genießen sollte, kam Ronnie zu uns. Mit ausgezeichnetem Spring-Pedigree ausgestattet startete ich Ronnie in Springen bis Klasse L auf nationalen Turnieren in Vorarlberg. Aufgrund seiner guten Grundgangarten wechselten wir bald ins Dressurlager und waren dort nicht weniger erfolgreich. Ich konnte Ronnie bis zur Dressur Klasse M ausbilden und mit ihm den 3. Rang bei der Landesmeisterschaft in der Allgemeinen Klasse in Vorarlberg erreichen.

 

Ronnie ist mittlerweile 19 Jahre alt und darf seine turnierfreie Zeit genießen. Immer noch topfit hat er bereits vielen Reitanfängern, darunter auch mehreren 10- bis 12-jährigen Mädchen, erfolgreich die "Reitkunst" mit seinem unvergleichlichen Charakter und seiner Geduld beigebracht.

 

Im September 2009 erfüllte ich mir meinen Traum eines jungen Pferdes, das ich von Beginn an ausbilde. Es ist eine sehr anstrengende, aber auch sehr erfüllende Aufgabe, einem jungen Pferd die Grundlagen im Umgang mit dem Menschen beizubringen. 

Aufgezogen im Süden von München bereitet mir Iman, die dreijährige Trakehner-Stute von Herzensdieb (Video von Herzensdieb hier!) jeden Tag viel Spaß. Mit ihr gemeinsam zu lernen ist unglaublich herausfordernd und auch für mich nach vielen Jahren eine große Aufgabe, aber sehr erfüllend und immer lustig!


Vom aktiven Turniersport habe ich mich 2007 zurückgezogen, um mich allumfassend und alternativ in Bezug auf den Umgang mit dem Pferd weiterzubilden und anderen Menschen die "Reitkunst" und die Faszination des Lebewesens Pferd zu vermitteln.